Sweeterland

Sweeterland versteht sich als Kollektiv und künstlerisches Unternehmen. Es besteht seit 2010. Die unterschiedlichen Ansätze innerhalb der Gruppe dienen als Diskussionsgrundlage und zur Erarbeitung von gemeinsamen Werken. Sweeterland entwickelt orts- und kontextbezogene Arbeiten.

Heute besteht Sweeterland aus der Konstellation
Yvonne Good – Matthias Käser – Elena Könz – Judith Weidmann.


Eis + Eis

«Eis+Eis» , Ausstellungsansicht, Gepäckausgabe 2017

«Eis+Eis» , Ausstellungsansicht, Gepäckausgabe 2017

«Eis+Eis» , Ausstellungsansicht, Gepäckausgabe 2017

«Eis+Eis» , Ausstellungsansicht, Gepäckausgabe 2017

Der Bahnhof Glarus war in den 1950er Jahren als Umschlagplatz für Natureis das aus dem Klöntalersee geschöpft wurde. Die Arbeit «Eis+Eis» in der Gepäckausgabe bezieht sich darauf. Ein Blick auf die Geschichte der Kommerzialisierung des Eises ist mit einer Aktion verknüpft. An der Vernissage kann Eis bezogen werden. Zu jedem Eis (Ice cream) gibt es ein Eis (Wurst bzw. Kotelett aus Eis). Die Eiswurst/das Eiskotelett kann danach gegrillt werden.


Bitte nicht berühren

«Bitte nicht berühren»
Aktion im Rahmen von «Grand Tour»/«Stairway Passages» (F+F Zürich)
Tag der offenen Tür des Kunsthauses Zürich, 2016
Fotograf: Daniel Hauser (F+F Zürich)

«Bitte nicht berühren»
Aktion im Rahmen von «Grand Tour»/«Stairway Passages» (F+F Zürich)
Tag der offenen Tür des Kunsthauses Zürich, 2016
Fotograf: Daniel Hauser (F+F Zürich)

«Bitte nicht berühren»
Aktion im Rahmen von «Grand Tour»/«Stairway Passages» (F+F Zürich)
Tag der offenen Tür des Kunsthauses Zürich, 2016
Fotografin: Caroline Minjolle (Kunsthaus Zürich)

«Bitte nicht berühren»
Aktion im Rahmen von «Grand Tour»/«Stairway Passages» (F+F Zürich)
Tag der offenen Tür des Kunsthauses Zürich, 2016
Fotografin: Caroline Minjolle (Kunsthaus Zürich)

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Das Projekt «Grand Tour»/«Stairway Passages» (der F+F Schule für Kunst und Design mit Iris Rennert) thematisiert Übergänge im Kunsthaus Zürich. Sweeterland stellt zwei zusammenhängende Arbeiten vor. «Bitte nicht berühren» parodiert die gängige museale Sprache des Berührungsverbotes von Kunstwerken. Eine bereits im Kunsthaus vorhandene Beschriftung an der Wand (Bitte nicht berühren) wird zusätzlich in Brailleschrift übersetzt.

In der Nähe dieser Arbeit produziert Sweeterland am Tag der offenen Tür an einem flüchtig eingerichteten Arbeitsort «Mehr Kunst für alle». Mit demselben Slogan wird im Erdgeschoss über den begonnenen Ausbau des Kunsthauses anhand eines Modells informiert. Im ersten Stock vervielfacht Sweeterland die Zeile «Mehr Kunst für alle» mit einer mechanischen Brailleschriftmaschine und einem Handstupfrahmen auf einzelne Karten. Die Produktionsstätte ist öffentlich zugänglich.  Die angefertigten Karten werden kontrolliert, nummeriert und laufend an die BesucherInnen verschenkt – «Mehr Kunst für alle».  


Unser Baumhaus

Für die Gruppenausstellung «Zwischensaison» im halböffentlichen Raum, einem privaten Fabrikgarten, hat Sweeterland die Arbeit «Unser Baumhaus» entwickelt. Das gesamte Gelände inklusive angrenzender Gebäude wird längerfristig (in ca. vier bis fünf Jahren) im Rahmen einer Umnutzung neu überbaut. Auf die extra für die Ausstellung gerodete Fläche hat die KünstlerInnengruppe einen jungen Baum gepflanzt. Zusammen mit dem Titel «Unser Baumhaus» wird ein Feld von Assoziationen geöffnet. Die Arbeit spielt mit der Imagination einer langfristigen Raumplanung in einer schnelllebigen Zeit.


Unsere Liebsten

«Unsere Liebsten»
Ausstellungsansicht, einbetonierte Skateboards, «Betonchilbi», Skatepark Näfels, 2015

Ruhestätten für Objekte sind keine neue Erfindung. Seit Google Earth kann gezielt nach den Ausmassen solcher Parks gesucht werden. Grossflächige Flugzeugfriedhöfe kommen zu Tage. Welche sozialen und ökologischen Dramen hinter dem Zerfall und der Wiederaufbereitung einzelner Teile solcher und ähnlicher Grossobjekte stehen, kann nur erahnt werden. «Unsere Liebsten» ist eine Arbeit, die sich auf die oft reduziert geometrische Anordnung von Objektruhestätten oder Massenfriedhöfe bezieht. 16 je in Betonsockel gegossene Skateboardhälften sind in die Wiese neben dem Skatepark anhand eines Musters gesetzt. Friedhöfe und Skateparks sind bereits Teil einer konstruierten Landschaft. «Unsere Liebsten» fügt sich als geometrische Anordnung von Readymades in den bestehenden Park ein. Formal lehnt sich die Arbeit der Minimal Art und Land Art an.


Heute gibt es nichts zu sehen.

«Heute gibt es nichts zu sehen.»
Ausstellungsansicht (vor der Tür), Kunsthalle Kleinbasel, Basel,
2014

«Heute gibt es nichts zu sehen.»
Ausstellungsansicht (im Raum), Kunsthalle Kleinbasel, Basel, 2014

Ein Strassenaufsteller mit der Aufschrift «Heute gibt es nichts zu sehen.» steht vor der Tür der Kunsthalle Kleinbasel. Während der Art Basel lädt die KünstlerInnengruppe Sweeterland Passanten zu einem Gratisessen in einem Offspace in der Nähe ein. Sweeterland versteht sich während dieser Aktion als Dienstleistungsbetrieb, welcher einen aufs Heute begrenzten Raum des Verweilens anbietet.


«We buy each and all.» Sweeterland Inc.

«'We buy each and all' Sweeterland Inc.»
Plakatausschnitt, «money, money», Kulturlabor Thalwil, Thalwil, 2012

«'We buy each and all' Sweeterland Inc.»
Ausstellungsansicht, «money, money», Plakat A2, Kulturlabor Thalwil, Thalwil, 2012

Inmitten eines Posters befindet sich eine Fotografie von fünf Personen mit seriösem Gesichtsausdruck – Mitglieder der Firma «Sweeterland Inc.». Verschiedene Werbeslogans umgeben die Fotografie wie Sterne. Jeder Slogan ist mit einem Kopf von Sweeterland Inc. und einem Kuchendiagramm verbunden. Die Künstler/innengruppe «Sweeterland» aka «Sweeterland Inc.» stellt sich in dieser Inszenierung den überhöhten Werbesprüchen real existierender (Luxus-) Produkte gegenüber.


ausgezogen

«ausgezogen» Ausstellungsansichten,
Material: div. Kleider, Schnur und Klammern,
«ausgezogen», Kulturlabor Thalwil, 2011/12
Fotografin: Maud Lecornier

«ausgezogen» Ausstellungsansichten,
Material: div. Kleider, Schnur und Klammern,
«ausgezogen», Kulturlabor Thalwil, 2011/12
Fotografin: Maud Lecornier

Frisch gewaschene Wäsche flattert in luftiger Höhe zwischen zwei Gebäuden. Insgesamt fünf Wäscheleinen bilden ein Verbindungsstück zwischen den beiden Häusern und werden so zum nachbarschaftlichen Austausch. T-Shirts hängen neben Unterhosen, Jacken, Mützen, Hosen, Socken, BH’s und Röcken. Diese bunte Aneinanderreihung von Alltagskleidern ist im öffentlichen urbanen Raum in der Schweiz eine Seltenheit und wirkt deshalb auf eine freundliche Art befremdlich.
(Eine Beschwerde bezüglich der installierten Kleider ging bei der Polizei ein.)


Der Böse Föhn

«Der Böse Föhn»
Ausstellungsansicht, «(RE)CONSTRUCTED»
Fünfzig rote Haarföhns, Netz, Kontrollmodul, Kabel
8m x 10m, 20 min, loop
Kunsthaus Glarus, Glarus, 2011
Fotograf: Siro Micheroli

«Der Böse Föhn»
Ausstellungsansicht, «(RE)CONSTRUCTED»
Fünfzig rote Haarföhns, Netz, Kontrollmodul, Kabel
8m x 10m, 20 min, loop
Kunsthaus Glarus, Glarus, 2011
FotografIn: Sweeterland

50 rote Haarföhne, befestigt an einem Netz, hängen in unterschiedlicher Höhe von der Decke herunter. Sie sind programmiert und schalten sich entsprechend unterschiedlich ein bzw. aus. Die Föhne blasen teils nur vereinzelt, teils in grosser Auswahl, teils gar nicht. Die Installation Der Böse Föhn spielt mit Ton und Bewegung. Beides ist für die BetrachterInnen unberechenbar. Eine leichte Bedrohung liegt in der Luft.

Die Stadt Glarus wurde infolge einer Feuersbrunst vor 150 Jahren fast zerstört und danach als Planstadt neu aufgebaut. Die Ausstellung bezieht sich auf das Jubiläum im Gedenken an dieses Ereignis. Der Föhnwind wurde für die schnelle Ausbreitung des Feuers verantwortlich gemacht. Der Föhn wird auch “der älteste Glarner“ genannt. 


Sweeterland

«Sweeterland»
Ausstellungsansicht, «Identität: Schweiz/ Identité: Suisse»
fünf Holzpfosten, Stacheldraht, Schokoladenlasur, Kuchenstreusel
Centre PasquArt, Biel, 2010

«Sweeterland»
Ausstellungsansicht, «Sind sie zu stark bist du zu schwach»,
div. Materialien
F+F Schule für Kunst und Design, Zürich, 2008

«Sweeterland»
Ausstellungsansicht, «Sind sie zu stark bist du zu schwach»,
div. Materialien
F+F Schule für Kunst und Design, Zürich, 2008

«Sweeterland»
Detailleansicht, «Sind sie zu stark bist du zu schwach»,
div. Materialien
F+F Schule für Kunst und Design, Zürich, 2008

Die Atmosphäre im Raum ist von einem süsslichen Geruch und einem beklemmenden elektrischen Ticken dominiert. Drei verschiedene Arten von Ab- grenzungen sind ersichtlich. Die erste ist ein kleiner Viehzaun aus Stacheldraht, der mit Schokolade umhüllt und mit bunter Kuchendekoration verziert ist. Die zweite Abgrenzung ist ein Kreis aus hängenden Aluminiumfolienstücken. Sie sind an einem elektrischen Weidezaunelektrogerät angeschlossen. Je nach Bewegung werden sich die Stücke vielleicht berühren und einen Schaltkreis bilden. Das elektrische Ticken ist ständig hörbar. Die dritte besteht aus einer aus losen Backsteinen aufgeschichteten Mauer. Sie ragt scheinbar grundlos in den Raum hinein und verliert sich dort. Das Projekt war das erste von der Gruppe realisierte und erhielt den Namen, welcher danach der Gruppenname wurde: Sweeterland.

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